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2017

Slow-Food-Presidio

Piano di Mommio, 02.02.2017

Seit Mai 2016 vergibt die Slow-Food-Zentrale nach strengen Tests das Gütesiegel Slow-Food-Presidio ausschließlich an italienische Produzenten, die alte Olivenhaine nachhaltig ohne synthetische Düngemittel und Herbizide bewirtschaften, damit traditionelle Kulturlandschaften erhalten und Qualitätsöle mit eigenem Charakter erzeugt werden können. Derzeit gibt es nur rund 60 Produzenten in ganz Italien. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung.

http://www.fondazioneslowfood.com/it/presidi-slow-food/lextravergine-del-presidio


2016

Olivenernte

Piano di Mommio, 12.10.2016

Ungläubiges Staunen – so lässt sich die Reaktion derer am besten beschreiben, die davon hörten, dass wir bereits am 4. Oktober in die diesjährige Olivenernte starteten und sie nach neun Tagen abschlossen.

Bei diesem frühen Erntetermin geht es uns nicht um einen Wettbewerb – Motto: Wer zuerst kommt, mahl zuerst – sondern einzig um die Güte unseres Olivenöls, um seine sensorischen Besonderheiten und ernährungsphysiologisch wertvollen Inhaltsstoffen.

Wir sagen: Less is more und definieren mit diesem Slogan gleichzeitig unsere Philosophie. Indem wir unsere Oliven zum frühestmöglichen Erntezeitpunkt einbringen, verzichten wir zwar auf höheren Ertrag und damit größere Ausbeute, gewinnen aber an sorten- und terroir-typischem Geschmack sowie gesundheitlichem Wert des Öls.

Anders gesagt: Geschmacklicher Mainstream und sensorische Egalität ist nicht unser Ding. Wir wollen ein Extra vergine für Feinschmecker erzeugen. Und wir sind natürlich stolz darauf, dass die ersten Tests beweisen, wie gut uns das 2016 gelungen ist.

Ein erster Test
Olio Extra vergine di oliva Il Casone 1729

Für mich gehört dieses bäuerlich-manufakturell produzierte Extra Vergine des Jahrganges 2016 unter den vielen Olivenölen, die ich bisher verkostet habe, zu den wenigen, denen ohne Einschränkung das Prädikat  ‚herausragend’ gebührt. Es punktet mit einem frischen, angenehmen Geruch, betört mit intensivfruchtigen Aromen von gemähtem Gras, Wiesenkräutern und grünen Mandeln und hinterlässt ein sauberes, schönes Mundgefühl.

Es ist ein Öl von singulärer Kraft mit ausgewogenen Bitternoten und einer anhaltenden Schärfe. Diese beiden Indikatoren für den Polyphenolgehalt und damit für die gesundheitsförderlichen Antioxidanten kommen fein nuanciert und dermaßen harmonisch daher, dass mir die superlative Einschätzung nicht schwer fällt.

Olivenöle von solcher Güte sind selten, zwischen ihnen und den müden Produkten industrieller Abfüller liegen Welten. Allerdings: Solche Öle muss man gewohnt sein. Wer dem geschmacklichen Mainstream anhängt, ist mit ihnen schlecht beraten.“

Jörg Teuscher, Food-Journalist, Berlin


Sano & Naturale

Mailand, 13.10.2016 Sano & Naturale Boffi

Dass sich Küchenausstatter nicht nur um die Ästhetik der von ihnen designten Räume kümmern, sondern auch darum, was darin geschieht, gehört längst zum Marketing-Alltag dieser Branche. Dennoch war die kulinarische Veranstaltung „Sano & Naturale“ (Gesund & Natürlich) des international renommierten italienischen Unternehmens Boffi alles andere als eine Alltäglichkeit.

Auf einer Art Mercato culinario in der Mailänder Boffi-Zentrale präsentierten am 13. Oktober 2016 zwanzig ausgewählte Lebensmittel-Manufakturen, zumeist Bio-Betriebe aus allen italienischen Regionen, den über 200 geladenen Gästen ihre Produkte.

Sternekoch Marco Stabile aus Florenz (Ristorante Ora d’Aria) und seine Mitarbeiter kreierten daraus kleine Köstlichkeiten, die zeigten, welche Geschmackstiefe Gerichte erreichen können, selbst wenn sie nur von wenigen Ingredienzien bestimmt werden. Das Lob des kulinarisch verwöhnten Publikums erwiderte Stabile mit einem Witzigmann-Zitat: „Der Star in der Küche ist das Produkt – allerdings nur, wenn es von erstklassiger Qualität ist.“

Natürlich waren wir stolz, dass die Boffi-Event-Organisatoren unser Olio extra vergine für würdig befanden, in der Phalanx italienischer Spitzenprodukte vertreten zu sein. Sternekoch Marco Stabiles Urteil: „Ein hervorragendes Olivenöl mit intensiven Aromen.“

Übrigens: Wie zu hören war, plant Boffi ähnliche Veranstaltungen in seiner Berliner und Münchner Dependance. Wir würden uns freuen, wieder dabei zu sein!



Terra Madre – Salone del Gusto

Turin, 26.09.2016

Yoshinori Tezuka gehört zu den bekanntesten Sushi-Meistern Japans, er spricht englisch und italienisch und hat ein gehöriges Maß an internationaler Event-Erfahrung – kein Wunder also, dass die japanische Botschaft in Rom den 38-Jährigen zum kulinarischen Botschafter für die Terra Madre – Salone del Gusto 2016 in Turin berief. Anlass für diesen Akt: der 150. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Japan und Italien. Dementsprechend auch eine der spektakulären Sushi-Kreationen des Meisters aus Tokio: Tuna mit toskanischem Olivenöl. Seine Wahl fiel auf unser Olio extra vergine, das er als „großes Glück“ für seine Sushi-Kompositionen bezeichnete.

Während eines zweitägigen Besuches von Yoshinori Tezuka auf Il Casone wurde die Idee eines Sushi-Workshops geboren, der 2017 bei uns stattfinden soll.

„Ich würde gerne unsere jahrtausendealte Kultur der Sushi-Herstellung Europäern nahe bringen“, so Yoshi, „die mit der Ikejime-Methode des Tötens von Fischen beginnt, dutzende verschiedene Schnitttechniken beinhaltet und sich in etlichen lokalen Fertigungsstile manifestiert, etwas dem Edo-Stil, den wir Tokioer Sushi-Meister bevorzugen.“

Wir werden Gäste und Freunde unseres Hauses natürlich rechzeitig über den Termin des Workshops informieren und hoffen auf zahlreiches Interesse.



Bachelor

Piano di Mommio, September 2016

Holistic approach of high quality olive oil 01 "Holistic approach of high quality olive oil, how to be different", so lautet der Titel der Bachelor-Arbeit, die Alexander Lehmann, Geschäftsführer des Agriturismo Il Casone 1729, im September an der Universität der Gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo/Piemont erfolgreich verteidigte.

Alexander Lehmann skizziert in seiner Arbeit vor allem die kulturelle und kulinarische Bedeutung des Olivenöls in Vergangenheit und Gegenwart und gibt einen Ausblick auf die Zukunft des wichtigsten mediterranen Lebensmittels. Dabei zeigt der Autor eine Reihe von Gründen auf, weshalb bei diesem stark regulierten Lebensmittel so viel schief läuft.

Einerseits, so Alexander Lehmann, ist Olivenöl ein wichtiges Lebensmittel mit einem jährlichen Handelsvolumen von über 10 Milliarden Euro und andererseits ein für die europäische Agrarpolitik interessantes landwirtschaftliches Gut. Zusammengenommen bedeutet das, dass sich damit sehr viele (zu viele?) Spieler mit äußerst unterschiedlichen Interessen auf diesem Markt tummeln. Und leider haben die EU-Verordnungen, die eigentlich Ordnung in den Markt bringen sollten, genau das Gegenteil bewirkt...



Slow Food Presidio

Piano di Mommio, 20. Mai 2016

Am 17. Mai 2016 ging Slow Food Italia einen längst überfälligen Schritt: Die Organisation, eine Gegenbewegung zum Trend des uniformen, globalisierten und genussfreien Fast Food, erhob das italienische Olio di oliva extra vergine in den Rang eines Presidios. Dieses sogenannte Netzwerk vereint weltweit 500 lokale Produkte – Tierrassen, Pflanzenarten, Honigsorten, Rohmilchkäse, Wurstspezialitäten – die es wert sind, geschützt und vom Aussterben bewahrt zu werden.

Mit der Aufnahme italienischen Olivenöls extra vergine in den Kreis der Presidi geht Slow Food – so jedenfalls sehen wir das – deshalb einen längst überfälligen Schritt, weil damit hochwertiges Öl individueller Kleinerzeuger, das sich durch nachhaltige Herstellung und differenzierte Geschmacksbilder auszeichnet, eine deutliche Abgrenzung von der desodorierten und raffinierten industriellen Massenware erfährt, die – billig, billiger, am billigsten – den Markt überschwemmt. Jetzt ist es am Verbraucher, sich über die Qualität des Olivenöls zu informieren!

http://www.slowfood.it/olio-extravergine-un-nuovo-presidio


2015

Ishikawa Delegation

Piano di Mommio, 20.10.2015

Ehrlich gesagt, wir alle auf Il Casone hatten schon ziemliches Lampenfieber, als sich eine hochrangige Regierungsdelegation der japanischen Präfektur Ishikawa, die sich auf einer offiziellen Toskana-Visite befand, zu einem Besuch auf unserem Landgut anmeldete. Selbst der meiste coole Conny konnte seine Aufregung kaum verbergen.

Am 20. Oktober 2015 machte die Gruppe bei uns Station. Der Abordnung unter der Leitung des Gouverneurs von Ishikawa, Masanori Tanimoto (vergleichbar mit dem Regierungschef eines deutschen oder österreichischen Bundeslandes), gehörten weitere politische Repräsentanten der Präfektur sowie namhafte Lebensmittelproduzenten und Landwirte an.

Während eines rund einstündigen Erfahrungsaustausches interessierten sich unsere Gäste aus Fernost vor allem für die Erzeugung von extra nativem Olivenöl nach biologischen Grundsätzen, denen wir aus Respekt gegenüber der Natur anhängen und für unsere Hospitality-Philosophie, deren Kern die Verbindung von luxuriösem Ambiente mit entspannter familiärer Gastlichkeit ist. Das Lob dafür nahmen wir natürlich gerne entgegen.

Einem Spaziergang durch unseren Olivenhain und etlichen Interviews für verschiedene japanische Medien folgte ein gemeinsames Mittagessen. Aele Cabiddu, der auch vielen unserer Gäste bekannte Küchenchef und Inhaber der Taverna Le Gradole in Seravezza, kreierte in unserer Pool-Küche ein toskanisches Menü, das selbst höchsten Ansprüchen genügte und die gewiss jeglicher Exaltiertheit unverdächtigen Japanern zu spontanem Jubel hinriss.



Zaiyu Hasegawa

Piano di Mommio, 23.05.2015

Feeding the Planet – Energy for Life/Den Planeten nähren – Energie fürs Leben: Unter diesem Motto fand vom 1. Mai bis zum 31. Oktober in Mailand die Expo 2015 statt. Die Weltausstellung, deren Ziel es war, Antworten auf die großen Herausforderungen der Welternährung zu geben, strahlte ein wenig auch auf Il Casone.

Am vorletzten Maisamstag konnten wir eine Delegation japanischer Expo-Botschafter und internationaler Journalisten auf unserem Landgut begrüßen. An deren Spitze: Zaiyu Hasegawa, Zwei-Sterne-Koch aus Tokio, dessen Restaurant zu den besten Adressen der japanischen Hauptstadt gehört. In unserer offenen Poolküche kreierte der 36-jährige Küchenstar für die rund zwanzig Gäste des Events eine zeitgemäße Interpretation des klassischen Kaiseki Ryori, des traditionellen japanischen Degustationsmenüs, dessen Verbindung von typisch toskanischen Produkten mit fernöstlichen Zubereitungstechniken einen viel gelobten Brückenschlag zwischen Europa und Asien bedeutete.